Anwender-Berichte

Annika

Annika

Annika ist ein junges Mädchen mit einer ausgeprägten dystonen Bewegungsstörung. Es ist fast unmöglich für sie, gezielte Bewegungen mit den Armen und Händen zu machen. Annika hat eine sehr schwere Dysarthrie. Sehr mühsam hat sie gelernt, mit Tastern, die gut positioniert sein müssen, ein Kommunikationsgerät und einen E-Rollstuhl zu benutzen. Zusätzlich ist Annika erblindet, hat eine Ptosis und einen Nystagmus, insofern scheidet eine Augensteuerung aus. Lange haben wir nach einer Möglichkeit für Annika gesucht, sich über „Ja“- und „Nein“-Antworten hinaus, bei denen sie körpereigene Zeichen benutzt, zu verständigen und sind dann auf OnScreenCommunicator aufmerksam geworden. Annika benutzt OnScreenCommunicator mit auditivem Scanning. Mit 2 Tastern scannt sie sich durch das Menü. Ein Taster scannt die Zeilen, der andere die Spalten. Ungefähr 250 Aussagen (ganze Sätze oder auch einzelne Worte) hat Annika unter Oberthemen gespeichert, die sich immer weiter verzweigen. Diese vorgefertigten, sofort abrufbaren Aussagen, sind mit Annika gewachsen und werden auch immer wieder angepasst. Ein Kopfhörer, eingebaut in der Kopfstütze des Rollstuhls, hilft ihr, sich im Menü zurecht zu finden, sozusagen als „Vorflüsterer“. Er sagt ihr genau, an welcher Stelle im Menü sie sich befindet. Wenn Annika an der richtigen Stelle in ihrem Menü angelangt ist, betätigt sie noch einmal einen Taster, und die Aussage wird durch einen zweiten Lautsprecher laut gesprochen. Annika kann so nicht nur abgespeicherte Sätze oder Worte abrufen, sondern sie kann in eine Schreiboberfläche wechseln, dort werden ihr die Buchstaben vorgelesen und anlautiert. Das „Anlautieren“ ist sehr wichtig, denn Annika hat, da sie blind ist, Schreiben durch Hören (Laute) gelernt. Hat sie einen Buchstaben ausgesucht, bestätigt sie mit dem Taster und der Buchstabe wird in das Textfeld geschrieben und nochmals vorgelesen. Sofort öffnet sich ein Wörterbuch, auf das sie dann zugreifen kann. Die Wörter des Wörterbuches werden Annika vorgelesen. Ist das richtige Wort dabei, betätigt Annika den Taster und das Wort wird in das Textfeld geschrieben. Ist das Wort nicht dabei, muss sie noch einen weiteren Buchstaben schreiben. Das Wörterbuch macht zudem „schlaue“ Verknüpfungen. Hat sie z. B. „ich“ geschrieben, schlägt ihr das Wörterbuch die Worte „möchte“, „habe“ etc. vor. Worte, die Annika häufig benutzt, werden an den Anfang des Wörterbuches gesetzt. Im Funktionsmenü der Schreiboberfläche hat Annika die Möglichkeit, Buchstaben wieder zu löschen oder den geschriebenen Text laut vorlesen zu lassen. Sie kann einen Druckbefehl geben, um die Texte ausdrucken zu lassen, ebenso kann sie die geschriebenen Worte oder Sätze abspeichern. Bei jeder Aktion, die Annika ausführt, bekommt sie eine auditive Rückmeldung über den Lautsprecher in der Kopfstütze , dem sog. “Vorflüsterer”, dass die Aktion erfolgt ist. Diese auditive Rückmeldung ist mit Annika abgesprochen und kann individuell eingestellt werden. Es können vollständige Sätze, wie z. B. ”Du befindest dich im Schreibprogramm”, ”Du hast den letzten Buchstaben gelöscht” oder auch nur Einwort-Hinweise, wie “Zurück” eingespeichert werden. Annika kann in eine E-Mail-Oberfläche wechseln und sich ihre E-Mails vorlesen lassen, auf die E-Mails antworten und diese eigenständig versenden. Wenn eine neue E-Mail empfangen wird, wird Annika sofort darauf hingewiesen, dass eine neue E-Mail eingegangen ist und von wem und mit welchem Betreff die E-Mail ist. Ohne OnScreenCommunicator könnte Annika sich nicht mitteilen, und es wäre wohl unmöglich für sie gewesen, Schriftsprache zu erlernen, auch wenn der Lernprozess noch nicht beendet ist. Durch die E-Mail-Funktion ist Annika noch motivierter, zu schreiben. Annika und auch wir als Familie sind überglücklich, dass es diese Software gibt.

Johannes

Johannes, Tetraspastik

Johannes ist ein aufgeweckter, junger Mann mit ausgeprägter Tetraspastik in Beinen und Armen aufgrund einer infantilen Cerebralparese.
Johannes ist daher auf den Rollstuhl angewiesen. Mit den Armen kann Johannes nur sehr eingeschränkt seine Bewegungen steuern.
Ein Arm ist nicht einsetzbar, der andere Arm kann – mit Einschränkungen und relativ grobmotorisch - einen Spezial-Joystick betätigen.
Mit diesem Hilfsmittel und der Kommunikationssoftware OnScreenCommunicator hat Johannes die Möglichkeit bekommen, sich den Zugang zu einem Computer zu erarbeiten.
Da die Sehfähigkeit von Johannes eingeschränkt ist, arbeitet er an einem Computer mit großem Bildschirm.
Der Joystick muss exakt auf seinem Tisch positioniert sein. Darüber hinaus unterstützt OnScreenCommunicator das Erkennen des Mauszeigers über ein vergrößertes Maussymbol.
Um die Mauspositionierung weiter zu unterstützen, wird beim OnScreenCommunicator die angesteuerte Zelle automatisch vergrößert dargestellt.
In Relation zu seinen körperlichen Einschränkungen hat Johannes relativ gute kognitive Fähigkeiten.
Von seinem Umfeld hat er sich den Wunsch abgeschaut, über E-Mails Kontakt zu Familie und Freunden aufzubauen.
Der OnScreenCommunicator ist ihm hierbei eine große Hilfe. Die standardmäßigeingebaute E-Mail-Funktion des Programms reduziert den Funktionsumfang auf das Notwendige.
In einer Übersicht werden alle E-Mails aufgelistet, wobei ungelesene E-Mails farbig markiert sind. Jeder E-Mail ist ein Bild des Absenders zugeordnet, so dass Johannes auch bei fehlender Lesefähigkeit den Absender der E-Mail zuordnen kann.
Der Inhalt der E-Mail wird Johannes über eine angenehme Computerstimme vorgelesen. Diese Computerstimme ist standardmäßig in OnScreenCommmunicator integriert.
Beim Schreiben von E-Mails kann Johannes den Empfänger ebenfalls über ein kleines Vorschaubild auswählen.
Über die Zeit hat sich Johannes einfache Schreibfähigkeiten erarbeitet.
OnScreenCommunicator unterstützt ihn beim Formulieren einer neuen E-Mail mit der eingebauten Wort-Vorhersage-Funktion.
Anhand bereits eingegebener Buchstaben schlägt der OnScreenCommunicator das mögliche Wort vor, welches dann – falls richtig – per Mausklick einfach in das Nachrichtenfeld eingefügt wird.
Für Johannes ist das eine große Arbeitserleichterung, da ihm so das mühsame Buchstabe-für-Buchstabe-Schreiben abgenommen wird.
Gleichzeitig motiviert es ihn, seine Lesefertigkeiten zu stärken. Nur das Wort aus der Wortvorhersage, welches er lesen oder zumindest erkennen kann, vereinfacht ihm das Schreiben.
Darüber hinaus verfügt der OnScreenCommunicator auch noch über eine weitere Lernfunktion. Neben der buchstabenbasierten Wortvorhersage schlägt der OnScreenCommunicator anhand der bisher eingegebenen Sätze auch das nächstwahrscheinliche Wort vor.
Beendet Johannes zum Beispiel seine E-Mails immer mit „Viele liebe Grüße von Johannes“ erlernt OnScreenCommunicator diese Wortsequenz, schlägt jedes Wort einzeln vor und ermöglicht es Johannes, anstelle eines kleinschrittigen Buchstabe-für-Buchstabe-Tippens obige Grußformel mit lediglich 5 Mausklicks – also einem Klick pro Wort – zu schreiben.
Die E-Mail Funktion OnScreenCommunicator ist für Johannes eine tolle Sache.
Johannes erhält die Möglichkeit, selbständig mit Familie oder Freunden kommunizieren zu können, ohne dass wir als Eltern ständig Hilfestellung geben müssen.
Johannes hat auch E-Mail Newsletter abonniert. Hierüber informiert sich Johannes über seine Interessensgebiete wie aktuelle Veranstaltungen in der Stadt und zu Neuigkeiten in seinem Lieblingsfußballverein.
Über den starken Wunsch, sich mitzuteilen, werden automatisch seine Schreibfähigkeiten gefördert.
Die Wortvorhersage regt dazu an, die Lesefertigkeit zu trainieren. Für Johannes besteht eine sehr hohe Motivation, das Emailprogramm zu benutzen.
E-Mailen ist für ihn wichtiger als Telefonieren, da die Aussprache von Johannes aufgrund der Tetraspastik sehr undeutlich ist.
Aufgrund seiner körperlichen Behinderungen kann Johannes handwerkliche Tätigkeiten, die für andere völlig selbstverständlich sind, nicht ohne Weiteres ausführen wie z.B. ein Radio bedienen. Hierbei unterstützt ihn die Kommunikationssoftware OnScreenCommunicator in optimaler Weise.
Über den OnScreenCommunicator ist für Johannes eine Schwerpunktseite „Radio“ eingerichtet worden. Auf dieser Seite gibt es große Schaltflächen, bei denen die Grundfunktionen eines Radios hinterlegt sind wie Radio einschalten, Sender auswählen, Lautstärke ändern, Radio wieder ausschalten.
Die Funktion einer speziellen Schaltfläche wird über ein eingängiges Symbol deutlich gemacht. Optional kann bei Anwahl der Schaltfläche auch ein beschreibender Text ausgegeben werden. Für das Radiohören nutzt OnScreenCommunicator die Angebote der Radiosender, Sendungen als Internet Live Stream zur Verfügung zu gestellt zu bekommen.
Ein klassisches Radio zum Anfassen ist über diese Lösung nicht mehr erforderlich.

Johannes

Matthias, ALS

Nach der Erkrankung an ALS musste ich mir ein Lösung suchen, wie ich meinen Computer bedienen konnte. Mit den Händen konnte ich die Computertastatur eigentlich nicht mehr bedienen, oder nur mit sehr großem Kraftaufwand. In einem Forum habe ich dann eine Empfehlungen eines anderen Betroffenen gelesen, und zwar für die Bildschirmtastatur OnScreenCommunicator mit eingebauten automatischen Mausklicks. Diese Bildschirmtastatur habe ich ein Jahr lang verwendet, und sie hat mir sehr geholfen bei der Mail-Kommunikation und beim Schreiben in Word. Danach musste etwas "Größeres" her, wollte ich doch auch noch Fernseher und Rollläden bedienen. Mit großem Interesse habe ich dann den OnScreenCommunicator ausprobiert. Ich hatte hier nicht nur dieselbe Schreiboption mit der genialen Wortvorhersage wie in OnScreenCommunicator, sondern auch noch die Option, eine Umfeldsteuerung zum Bedienen meiner elektrischen Geräte einzurichten. Mittlerweile verwende ich eine Augensteuerung, der ebenfalls über den OnScreenCommunicator angeschlossen ist. Für die Bedienung mit meiner Augensteuerung bietet der OnScreenCommunicator wichtige zusätzliche Optionen, nämlich z.B. dass der Text, den ich über OnScreenCommunicator geschrieben habe, mit den Augen mitbewegt wird. So muss ich nicht ständig ins Textfeld hochschauen, was ich bereits geschrieben habe und welchen Buchstaben ich jetzt auswählen muss. Meine Stimme ist mittlerweile leider für Außenstehende so schwer zu verstehen, dass ich die Sprachausgabe von OnScreenCommunicator benutze, die ich in höchsten Tönen loben möchte. Sie hört sich richtig echt an und klingt so toll, dass man sich damit auch im Rollstuhl, auf den ich mittlerweile angewiesen bin, Respekt verschaffen kann. Ich bilde mir ein, die Leute sind richtig beeindruckt. Ich danke Herrn Weber und den Mitarbeitern herzlich für seinen Einsatz und dieses rundum gelungene Produkt, das mir hilft, in dieser schwierigen Situation selbständiger zu handeln.

Johannes

Wlodek, Schlaganfall

Mein Mann und ich sind vor mehr als 20 Jahren aus Polen nach Deutschland gezogen. Nach seinem Schlaganfall konnte mein Mann auf einmal kein Deutsch mehr sprechen, obwohl er sich davor sehr, sehr gut in Deutsch verständigen konnte. Der Schlaganfall hatte die deutsche Sprache für ihn sozusagen ausgelöscht. Nur noch Polnisch war möglich. Unsere Tochter hat gegoogelt und diese Software gefunden. Sie sah so aus, als könnte sie meinem Mann helfen. Herr Weber hat uns sehr schnell geholfen bei der Einrichtung der Software. Mein Mann konnte alles in polnischer Sprache sehen und auswählen, was er sagen möchte. Die Software hat dann auf Deutsch gesprochen. So konnten es Alle verstehen. Mein Mann hat es sehr viel benutzt. Nach einigen Wochen konnte er wieder etwas Deutsch sprechen, wir waren sehr glücklich. Das Sanitätshaus, das sich um meinem Mann gekümmert hat, kannte die Software nicht. Nach einer Vorführung befanden sie Software als sehr gut. Die Beantragung über die Krankenkasse hat sehr schnell geklappt. Die Software hat uns sehr geholfen in dieser schwierigen Situation. Dankeschön!

Jakob

Jakob

Jakob ist ein lebenslustiger junger Mann. Er verfügt allerdings nur über einen sehr geringen Sehrest, der so klein ist, dass Jakob als blind eingestuft ist. Darüber hinaus ist Jakob von einer Tetraspastik betroffen, feinmotorische Bewegungen von Arm und Hand sind ihm nicht möglich. Die Tetraspastik und die starke Sehbeeinträchtigung bedingen, dass die Hand-Auge-Koordination sehr eingeschränkt ist. Gleichzeitig ist Jakob ein sehr geselliger und kommunikativer Mensch, der sich gern über „Gott und die Welt“ austauscht. Mit dem OnScreenCommunicator wurde eine Telefonlösung gefunden, bei der sich Jakob selbständig mit Familie oder Freunden austauschen kann. Der OnScreenCommunicator wird auf einem PC ausgeführt. Aufgrund der schwachen Hand-Auge-Koordination kann Jakob eine Maus oder einen Joystick nicht bedienen. Zur Bedienung des Programms kommt daher ein großer Touch-Monitor zum Einsatz. Zum Telefonieren sind im OnScreenCommunicator für Jakob zwei Telefonbücher eingerichtet worden, ein Telefonbuch mit Teilnehmern aus der Familie und eines mit seinen Freunden. Die Auswahl von Telefonbuch und Gesprächspartnern erfolgt über großflächige Schaltflächen, die mit dem OnScreenCommunicator so konfiguriert wurden, dass ein hoher farbiger Kontrast entsteht. Aufgrund der begrenzten Sehfähigkeit sind für Jakob über den OnScreenCommunicator auditive Rückmeldungen in zwei Stufen eingebaut worden. In der ersten Stufe bekommt Jakob den gewünschten Gesprächspartner angesagt. Gleichzeitig ändert sich die Farbe der Schaltfläche auf ein kräftiges Grün. Zur Bestätigung und zum Aufbau der Telefonverbindung muss Jakob die Schaltfläche nun erneut anklicken. Ein Klicken auf jede andere Schaltfläche führt zum Abbruch. Über diesen Mechanismus kann Jakob nach Belieben im Telefonbuch blättern und gezielt einen Gesprächspartner auswählen. Die Umsetzung des hier vorgestellten Konzeptes zum Telefonieren erfolgt gänzlich ohne ein klassisches Telefongerät. Voraussetzung ist lediglich ein internetbasierter Telefonanschluss. Das Telefonieren mit Hilfe des OnScreenCommunicators ist für Jakob eine großartige Sache. Er kann völlig selbständig entscheiden, wann er wen und wie lange anruft. Eine weitere Hilfestellung ist nicht erforderlich. Diese Selbständigkeit macht Jakob sehr stolz, eigenständig in Kontakt mit Familie oder Freunden zu treten. Selbstbewusst kehrt er von seinen Telefonrunden zurück und teilt jedem seine neuesten Neuigkeiten mit.